Feuerwehr Nettesheim
Löschzug der Gemeinde Rommerskirchen
Feuerwehr Nettesheim
Löschzug der Gemeinde Rommerskirchen
Feuerwehr Nettesheim
Löschzug der Gemeinde Rommerskirchen
Chronik des Löschzuges Nettesheim
© Lorem Ipsum Dolor 2010
aus der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum
von J. Neuen
Die Freiwillige Feuerwehr Nettesheim, die nun 75 Jahre besteht,
möchte mit dem nachfolgenden Auszug aus der Geschichte der Wehr,
einen kleinen Überblick geben. Über die verflossenen Jahre bis hin zur Gegenwart.
Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Nettesheim am 18. Mai 1912. Dieser Gründung gingen erhebliche
Schwierigkeiten voraus, welche aber letztlich vom damaligen Bürgermeister Demuth gemeistert wurden. Dem ersten Vorstand gehörten
dann die Herrn Gerhart Hausmann, Werner Berghoff, Caspar Weibeler und Gottfried Cremer an.
Als erster Brandmeister übernahm Herr Gerhart Hausmann die Wehr. Im Anfangsstadium war die Ausrüstung natürlich,
für heutige Verhältnisse, sehr primitiv. Ein Spritzgerät mit Handbetrieb und eine Alarmierung per Horn mussten genügen,
um einen Brand zu bekämpfen. Doch trotz allem war die Wehr straff organisiert und Übungen standen auf dem Dienstplan.
Auch der theoretische Unterricht, in der "Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung", kam nicht zu kurz. Die Feuerwehr wurde
damals zum Teil als eine Ordnungsabteilung der Polizei verstanden. Aus diesem Grunde wurde sie auch in drei Abteilungen aufgeteilt.
Und zwar in Ordnungsabteilung, Steigabteilung und Spritzenabteilung. Die Ordnungsabteilung hatte der Polizei zur
Verfügung zu stehen, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung gehörte zu ihren Aufgaben. Die Steigabteilung
musste Kenntnis besitzen im Gebrauch der Leitern, des Notnagels, des Rettungsseils, der Brandhaken und des Löschbesens.
Besonderen Wert wurde auch auf die Einhaltung der Vorsichtsregeln, bei Vorgehen im Rauch sowie bei der Rettung von Menschen, gelegt.
Die Spritzenabteilung war für die Einsatzfähigkeit des Spritzgerätes verantwortlich. Reparaturen am Schlauchmaterial sowie an der
Spritze mussten in Eigenleistung durchgeführt werden. Eine weitere Aufgabe der Feuerwehr war und ist es vielerorts heute noch, durch
Begleitung von Prozessionen, Martinszügen, Schützenzügen etc., dafür zu sorgen, dass keine Mitbürger zu Schaden kommen.
Die Verbesserung der Wehr auf technischem Gebiet ließ noch einige Jahre auf sich warten, da der Amtsbezirk über sehr wenige
finanzielle Mittel verfügte.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam die Arbeit der Feuerwehr vorläufig zum Stillstand. Der Krieg forderte seine Opfer und so musste
die Gründungswehr auch einige Kameraden betrauern. Unter Brandmeister Franz Lintermann wurde die Wehr nach dem Kriege wieder neu aufgebaut.
Im Jahre 1923 wurde der erste Großbrand in Butzheim erfolgreich bekämpft. Bei Drescharbeiten in der Scheune des
Landwirtes Rixen brach ein Feuer aus, welches sich, unterstützt durch starken Westwind, schnell über mehrere Gehöfte
und Wohnhäuser ausbreitete. Ein übereifriger Bürger alarmierte, zur Unterstützung der örtlichen Wehrmänner, noch die Berufsfeuerwehr der Stadt Köln.
Für diesen Einsatz ihrer Wehr in Butzheim forderte die Stadt Köln dann 1200,- Reichsmark. Diesen Betrag aufzubringen, bereitete der Verwaltung
erhebliche Schwierigkeiten.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bedeutete abermals ein vorläufiges Ende für die Weiterentwicklung der Wehr.
Die in der Heimat verbliebenen Feuerwehrleute versahen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Feuerwehrdienst nach Bombenangriffen.
Sie wurden mehrmals zu Hilfeleistungs- und Aufräumarbeiten in den Städten Rheydt und Mönchengladbach herangezogen.
Solche Einsätze gingen meist über mehrere Tage und Nächte. Doch auch nachdem dieser Krieg mit seinen Opfern in den Reihen der
Feuerwehr überstanden war, ging es an den Wiederaufbau. Nachdem Brandmeister Lintermann wieder einen Teil der heimkehrenden Feuerwehrleute
um sich versammelt hatte, übernahm Brandmeister Toni Bauer bis zum Jahre 1951 die Wehr. Nach der allgemeinen wirtschaftlichen Normalisierung hatte
Herr Oberbrandmeister Anton Meger die Möglichkeit neue Geräte für die Wehr anzuschaffen. Es wurden 1958 das Feuerwehrfahrzeug VW Bus (TSFT) angeschafft.
1960 kam eine mechanische 12 m Drehleiter dazu. Beide Fahrzeuge wurden im alten Gerätehaus, an der Volksschule Butzheim, untergebracht.
Nachdem die Feuerwehr im Jahre 1965 wieder auf 27 Mitglieder angewachsen war und das alte Gerätehaus zu klein wurde, erreichte Oberbrandmeister
Anton Meger, in Zusammenarbeit mit der damaligen Verwaltung, den Neubau eines neuen Gerätehauses. Nach dessen Fertigstellung konnte 1966 ein
größeres Fahrzeug, das LF 8, angeschafft werden. 1969 wurde Oberbrandmeister Meger, nach Erreichen der Altersgrenze, von Oberbrandmeister
Johannes Goertz in seinem Amt abgelöst. Unter seiner Leitung entstand 1972 die Abteilung Jugendfeuerwehr des Löschzugs. Sie umfasst bis heute im Schnitt
12 Mitglieder und somit ist auch für einen gut ausgebildeten Nachwuchs gesorgt.
Die Feuerwehr Nettesheim, welche seit der kommunalen Neugliederung der Gemeinde Rommerskirchen als
Löschzug Nettesheim angehört, wird seit 1978 von Oberbrandmeister Jakob Neuen geführt. Löschzugführer Neuen ist seit seiner Amtsübernahme
in Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Hans Schmitz,
welcher ihm seit 1980 zur Seite steht, bemüht, seinen 31 Mitglieder zählenden
Löschzug auf einen den heutigen Anforderungen entsprechenden Leistungsstand zu bringen.
Bei auf Kreisebene durchgeführten Wettbewerben bietet sich alljährlich die Chance, den Leistungsstand neben anderen Wehren unter Beweis zu stellen.
Ebenfalls werden gemäß den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde moderne Geräte und Ausrüstungsgegenstände angeschafft.
Dass diese dringend benötigt und ständig gebraucht werden, beweist die Zahl der Einsätze,
die in den letzten Jahren gefahren wurden. So wurde nicht nur vom Material, sondern auch von der Mannschaft das Höchste abverlangt, als es galt,
zwei Großbrände (je ein landwirtschaftlicher Betrieb in
Anstel und Vanikum) innerhalb eines Tages zu bekämpfen. Um in solchen Notfällen die entsprechenden Wassermengen zur Verfügung
zu haben, müssen alle Hydranten in funktionstüchtigem Zustand sein.
Dies wird durch jährliche Überprüfungen, die vom Löschzug Nettesheim in den Ortsteilen Anstel, Frixheim, Nettesheim und Butzheim
durchgeführt werden, sichergestellt.
Erstmals wurde 1985 ein Sommerfest rund um das Feuerwehrhaus veranstaltet, das den bisherigen "Tanz in den Mai" ablöste.
Dieses fand bei groß und klein Anklang, was für die Mühen der Vorbereitung entlohnte.
Im selben Jahr entstand in der Nähe des Gutes Barbarastein ein Feuchtbiotop, welches durch den Löschzug Nettesheim
"zu Leben erweckt" wurde, indem man es mit Wasser von einem entlegenen Hydranten füllte. Wasser war ebenfalls auf dem Gelände der alten
Ziegelei notwendiges Element, als dort Aufnahmen für einen Fernsehfilm gemacht wurden. Meist in Nachtarbeit leistete der
Löschzug tatkräftige Unterstützung. An den Schützenfest tagen ist die Feuerwehr Freund und Helfer der Bruderschaften, dies besonders,
als der Schützenkönig in Nettesheim/Butzheim für das Jahr 1983/84 (Unterbrandmeister Friedrich Hinsen) aus den Reihen
der Feuerwehr kam. 1985 erwies sich auch insofern als gutes Jahr für den Löschzug, als es Oberbrandmeister Jakob Neuen gelang,
für den über 25 Jahre alten VW-Bus (TSF 8), der in den wohlverdienten Ruhestand trat, einen gebrauchten Ford Transit zu beschaffen.
Dieser wurde in Eigenleistung zu einem ansehnlichen Feuerwehr-Mannschaftswagen umgebaut. Mittlerweile hat auch der LF 8 das
beachtliche Alter von 20 Jahren überschritten. Um den ständig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, setzt
sich der Löschzug seit einigen Jahren intensiv dafür ein, ein leistungsfähigeres Löschfahrzeug zu erhalten. Nach zähen Verhandlungen
mit der finanzschwachen Gemeindeverwaltung wurde die Bereitstellung eines neuen LF8 für 1987 zugesagt. Die feierliche Einweihung
findet anlässlich des 75jährigen Bestehens des Löschzuges Nettesheim statt (am 28. Juni 1987). Die Unterbringung dieses Fahrzeuges
ist gesichert, denn das Gerätehaus wird z. Zt. - wiederum in Eigenleistung - um einen Anbau erweitert. Der Löschzug Nettesheim hofft somit,
auf Dauer einen Beitrag zur Abwendung von Gefahren, Sicherung von Eigentum und Hilfe bei Notständen für seine Mitbürger leisten zu können.
© Feuerwehr Nettesheim